KontaktSuche

Jahresprojekt 2010 - Herzlichen Dank!

Bis Ende des vergangenen Jahres kamen aus Kollekten, Spenden und der Jahressammlung Fr. 27'430.- zusammen die wir zur Unterstützung der Arbeit im Tschad weiterleiten konnten.

 

Familie Zurbrügg schrieb im Januar 2011 folgenden Dankesbrief

 

 

Liebe Freunde aus der Kirchgemeinde Konolfingen,

 

Während unserem letzten Heimataufenthalt durften wir bei euch im Gottesdienst zu Besuch sein um unsere Entwicklungsprojekte im Tschad zu präsentieren. Nun ist ein Jahr vergangen und wir freuen uns sehr über eure Grosszügigkeit. Mit den gut 27'000 CHF konnten wir das Haus für unseren Lehrmeister in Baktchoro sowie die sanitären Anlagen bereits im August 2010 fertig stellen.

Seit September ist das Sonnenkocher-Projekt, wir nennen es PROMOSOL, voll am laufen. Vier künftige Schreinerlehrmeister und Solarexperten sind in Ausbildung. 10 Kursleiterinnen, die die Frauen im Anwenden des Sonnenkochers anleiten werden, sind ausgebildet und 10 weitere folgen im März. Sechs Schreiner lernen gerade, wie die Kocher gebaut werden müssen und worauf besonders geachtet werden muss. Die Frauen, die wir bereits beliefern konnten, sind hell begeistert und sparen zwischen 25% und 75% ihrer Brennholzkosten ein, je nach Familiengrösse. Die Bestellungen die bei uns eintreffen übersteigen ein Mehrfaches unserer Kapazität. Daher freuen wir uns, schon bald Unterstützung der Schreiner in verschiedenen Quartieren der Stadt zu erhalten. Wir sind hoch erfreut über den Verlauf des Projektes.

Über das ganze Jahr hat die Ausbildungswerkstätte in Koyom über 150 Schulbänke hergestellt und an diverse Schulen in der Region (Mayo-Kebby, Süd-Tschad) verteilt. Auch da herrschte jeweils Feststimmung.

Wir möchten allen Spendern ganz herzlich danken und euch sagen, dass durch eure Hilfe viel Segen in den Tschad fliessen konnte und wir viel Freude miterleben durften. Möge dieser Segen reichlich zu euch zurück fliessen.

Herzlich grüssen eure Irène und Andreas Zurbrügg-Fahrni mit Joël, Nathanael, und Jules

 

 

Unser Jahresprojekt 2010

Drei Wege aus der Armut


Mit Hilfe der Sonne aus der Armut

Im Kampf gegen den Vormarsch der Wüste wurde im Tschad das Erzeugen und Verbrennen von Holzkohle verboten. Damit wurde der Bevölkerung ihre Haupt-Energiequelle entnommen. Gas kann sich kaum jemand leisten und Brennholz ist sehr teuer geworden. Im Projekt «Sonnenofen» werden Handwerker im Bau von Solar-Kochkisten ausgebildet. Frauen erhalten Anweisung in deren Anwendung. So können nur mit Hilfe der Sonne leckere Speisen zubereitet werden.
Effekte:

→ Keine Auslagen mehr für Brennstoffe 

→ Zusatzeinkommen für Handwerker 

→ Stoppt den Vormarsch der Wüste
 
Mit Berufsbildung zur Selbständigkeit

Im Jahr 2008 wurde das Berufsbildungszentrum in Baktchoro (Südtschad) eröffnet. Hier erhalten jährlich 5 bis 8 Schreiner-Lehrlinge durch eine solide Ausbildung die Grundlage für ihre Existenz. Ihr Lehrmeister sieht sich als Diener der Bevölkerung und arbeitet für einen symbolischen Lohn. In diesem Projekt soll ihm und seiner Familie ein kleines Haus gebaut werden, damit er sich hier wohl fühlt und er, nicht wie seine Kollegen, in einer grossen Stadt sein Glück suchen will. Zudem wird für das Zentrum die dringend benötigte Toilettenanlage erstellt.
Effekte: 

→ Gute Lehrkräfte sind wertvoll. Ein anständiges Zuhause ermutigt den Lehrmeister, dran zu bleiben. 

→ Gesundheitsprävention durch bessere hygienische Zustände

Mit Schulung gegen die Armut

Viele Grund- und Sekundarschulen im Tschad sind kaum mehr als Unterstände, welche aus Strohmatten oder Palmblättern gebaut sind. Die Kinder sitzen am Boden oder auf Steinen und schreiben auf ihren Knien. Die evangelische Sekundarschule von Kélo (Südtschad) soll mit soliden Schulbänken ausgestattet werden. Diese werden in einer lokalen Ausbildungsstätte für Schweisser und Schreiner hergestellt.
Effekte: 

→ Wer gut sitzt, kann sich länger konzentrieren. 

→ Eine gute Schulbildung ebnet den Weg aus der Armut.

 

Armut im Land des schwarzen Goldes?
Seit 2003 wird im Tschad Erdöl gefördert. Leider fliesst der grösste Teil der damit erzeugten Gelder in die Taschen korrupter Machthaber. Aufgrund des Bürgerkriegs und wegen längerer Dürreperioden gehört der Tschad zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf dem Human Development Index der UNO liegt er unter insgesamt 177 Staaten an 167. Stelle (Liste des Jahres 2004). 80 % der rund 11 Millionen Tschader leben unterhalb der Armutsgrenze. Grosse Hilfsorganisationen wie die UNO und das Rote Kreuz haben ihr Hauptaugenmerk auf die Krisengebiete im Darfour und im Grenzgebiet zur Zentralafrikanischen Republik gerichtet. Dabei erhält die Bevölkerung nur wenig Hilfe im Kampf gegen die Armut.

 


Allgemeine Informationen über die Jahresprojekte der Reformierten Kirchgemeinde Konolfingen

Die Reformierte Kirchgemeinde Konolfingen unterstützt alle zwei Jahre ein Länderprojekt im Rahmen der Jahressammlung. In den vergangenen Jahren wurden folgende Projekte unterstützt: 

➢ 2004 Kolumbien: Unterstützung des Ausbildungszentrums für Indianer „La Antorcha“ in Villavicencio, Kolumbien. 

➢ 2006 Ukraine: Mittagstisch in Lviv / Lemberg und verschiedene karitative Projekte für Jugendliche in Rivne 

➢ 2008 Bolivien: Verschiedene Projekte für die Betreuung und Ernäh-rung von Strassenkindern und Jugendlichen am Rande der Gesellschaft.


Vielen Dank für ihre Unterstützung des Jahresprojektes!


Einzahlungen:
Spar + Leihkasse Münsingen AG auf Konto Nr:

CH18 0636 3016 0316 6010 5 

 

 

Nachrichten aus dem Tschad

Nach ihrer Rückkehr in den Tschad schrieben Zurbrüggs am 4.7.2010:

"Wir haben eine Woche in Koyom, unserem alten Dorf verbracht, und haben uns gefreut alle die Leute wieder zu sehen. Wir wurden herzlich empfangen. So konnten wir auch gleich dabei sein, um die Arbeiten in Baktchoro zu starten.
Auf einen Bild seht ihr den Transport von Werkzeug und Baumaterial. Auf den anderen Bildern der Aushub von den Fundamenten. Der Mann im Orangen Hemd ist Andraous, der Bauführer. Im Hintergrund sieht man Ruinen von Häusern, die eine oder zwei Saisons lang nicht bewohnt waren. Ihr seht, wie schnell einheimische Häuser kapputt gehen, wenn man sie nicht gut unterhält. Die Regenzeit ist für das Strohdach und die Lehmmauer Gift.
Da ist jeder froh, der in einem soliden Haus wohnen kann...

Heute ist auch bereits der Aushub für die WC-Anlage fertig und die Ziegelsteine werden gerade erstellt. Leider haben wir davon noch keine Bilder."

 

 

 

 

 

Am 5. Oktober schickten Zurbrüggs ein Mail mit Fotos. Daraus ein paar Sätze:
"Leider gibt es zur Zeit nicht sehr viel Neues, da halt in der Regenzeit schon nicht so viel vorangeht.

Wir sind aber voll am Sonnenprojekt und haben nun einen Administrativrat. Unser Zentrum heisst "Centre pour la Promotion de l'Energie Solaire", kurz PROMOSOL.
Überall wo wir unser Projekt vorstellen stossen wir auf grosses Interesse und die Leute möchten immer gleich eine Bestellung aufgeben.

Aber bis die ersten Sonnenofenbauer ausgebildet sind wird wohl noch ein halbes Jahr vergehen. Am 18. Okt. finden die Aufnahmeprüfungen für die zukünftigen Lehrmeister und Solarexperten statt. Am 1. Nov. wollen wir mit der Ausbildung beginnen.