Fröhliches Kindergeplapper und ein grosses Durcheinander in der Kirche. Die einen rannten schon umher, andere krochen auf allen Vieren oder auf ihrem Windelpack umher, beobachtet von Eltern und Grosseltern. Dazu Orgelklänge, gedämpfte Gespräche von Erwachsenen.
Es war eine ungewöhnliche Feier am 16 Januar, zu der die Kirchgemeinde all die Familien einlud, die im vergangenen Jahr ein Kind getauft hatten. Zurückkriechen zur Taufe solle man, hatte Martin Luther einmal gesagt – hier wurde das augenfällig praktiziert. Da war das Taufgeschirr mit Wasser zum Anfassen, da war ein symbolischer Lebensweg mit steinigen und sanften Abschnitten und der Möglichkeit, sich selbst zu entdecken. Da schrieben Eltern und Angehörige Wünsche und Hoffnungen für ihre Kinder auf, und wer mochte, wurde mit einer Salbung gesegnet.
Und die Seidenbilder, welche den Taufbaum in der Kirche wie farbige Früchte zierten, hängen nun in vielen Kinderzimmern.
Der Baum wird wieder Früchte tragen in diesem Jahr, und wir freuen uns schon darauf, die neuen Tauffamilien wieder bei uns zu begrüssen und sie danach mit Griessbrei zu verwöhnen.